Die Prangstangen
Alljährlich am 29. Juni, also am "Peter- und Paul-Tag", ereignet sich in Muhr ein ungewöhnliches Schauspiel, das zu den Besonderheiten des Lungauer Brauchtums zählt: das Prangstangentragen und der Samsonumzug. Letzerer findet auch noch am Sonntag vor oder nach dem 24. September (Ruperti-Tag) statt.
Prangstangen werden weiters im benachbarten Zederhaus getragen, dort jedoch am 24. Juni. Samsonumzüge gibt es im Lungau noch in Tamsweg, St.Michael, Mauterndorf, Mariapfarr, St.Andrä und Unternberg.
Der Samson Beim Samsonumzug wird eine ca. 5 m hohe Figur des alttestamentarischen Riesen Samson durch den Ort getragen. Bei den Tamsweger und Mauterndorfer Umzügen wird der Riese zusätzlich noch von zwei großköpfigen Zwergen begleitet. Der Samson wiegt etwa 60 kg und ist innen hohl.
Mittels eines Gerüstes wird er von einem kräftigen Mann im Inneren der Figur auf den Schultern getragen. Der Samson hält eine Eselskinnbacke, mit der er der Bibel nach die Philister erschlug, in der einen, und eine Lanze in der anderen Hand. Er ist mit einer langen, farbigen Tunika bekleidet, mit einer breiten Schärpe über die Schultern und einem Tuch um die Hüften. Seitlich trägt er einen Krummsäbel. Der Kopf kann seitwärts bewegt werden und trägt einen glänzenden Kriegerhelm. Die Samsonumzüge sind letzte Reste einstiger großer Fronleichnams-Schauprozessionen mit Gestalten aus der biblischen Geschichte sowie der Sagen- und Heldenwelt.
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Nationalparkgemeinde Muhr |